Die Doppelkehre auf der Nordflanke des Korntauerns
ist ein sichtbares Zeugnis der hohen Straßenbaukunst der Römer.
Die Straße überwindet eine Höhendifferenz von rund 1300
Meter - weist aber eine durchgängige Steigung von nur 10
Prozent auf.
Mit 2450 m Seehöhe waren die Tauernübergänge
am Korn-
tauern und Mallnitzertauern die höchstgelegenen Punkte
des römischen Imperiums, die mit Wagen erreicht werden
konnten.
"RÖMERSPITZ" AM KORNTAUERN
Blick vom Passübergang auf die markante "Römerspitz"
östlich des Korntauerns.
Der Name als solcher ist nicht beweiskräftig,
da er wahr-
scheinlich erst im 16. Jahrhundert geprägt wurde. Trotzdem
ist er wichtig, und zwar als Zeugnis für die Volkstradition,
die seit je das Wissen von der Anweisenheit der Römer in
den Tauern weitergab.
RÖMERSTRASSE MALLNITZER TAUERN
Die Straßenanlage am Mallnitzer Tauern ist an
Kühnheit der
Trassenführung kaum zu überbieten. Sie querte an einer
Stelle eine steile Felswand mittels einer extrem hohen tal-
seitigen Böschungsmauer. Im anschließenden flacheren Teil
der Felsgegend wurde die Fahrbreite von durchschnittlich
3,8 m aus dem bergseitigen Bereich herausgemeißelt.
Nach Querung einer "fließenden" Großblockhalde
erzielte man
die gewünschte Breite wieder durch talseitige Mauerungen, die
auf langgestreckten Sockelnischen ruhten, welche ebenfalls in
das Gestein eingemeißelt waren.
DER MALLNITZER BERGBAU
Frühe Quellen über den Mallnitzer Bergbau
sind nicht vor-handen. Die schriftliche Überlieferung beginnt im
Jahr 1500,
als ein gewisser Hieronymus Magerl eine große Goldwasch-anlage "in
der Möllnitz" (Mallnitz = Möllnitz = kleine Möll)
errichten wollte, zur Genehmigung den vorgeschriebenen
Amtsweg beschritt und dann ständig im Kreis herum von
einer Behörde zur anderen geschickt wurde.
Behördenhürden anno 1500 ...
Ob Magerl jemals eine offizielle Erlaubnis erhielt
und das Goldwaschen betrieb, ist eine offene Frage.
Um 1531 wurden dann etliche Grubenrechte vergeben.
Gewähr dafür, dass es tatsächlich einen bedeutenden Bergbau
gegeben hat, ist das bestätigte Vorhandensein von Erbstollen.
BIOS NATIONALPARKZENTRUM MALLNITZ
BIOS ist eine einzigartige Einrichtung über das
Leben im
alpinen Bereich, die den Lebensprozess als ein sich selbst organisierendes
Geschehen begreift.
In den verschiedenen Publikumsbereichen wird das Leben
aus der Sicht der Elemente - Erde, Wasser, Luft, Sonne - untersucht. Dies
geschieht in "Forschungsinseln", die sich
in ihrer Gestaltung an originalen Gegebenheiten, wie zum Beispiel Gebirgsbach
oder an einer Schütthalde, orientieren.
Der Besucher wird zum Forscher, er wird zum eigenständigen
Erkunden und Entdecken angeregt. BIOS ist ein Zentrum des Staunens, Forschens
und Entdeckens.