Im August 2008 wurde im hinteren Angertal, einem
idyllischen Hochtal in Bad Hofgastein, die Knappenwelt,
ein frühindustrielles Montanzentrum, feierlich eröffnet.
Mit Mitteln der Salzburger Volkskultur des Landes Salzburg und der Marktgemeinde
Bad Hofgastein errichtete der montanhistorische Verein VIA AUREA gemeinsam
mit der Marktgemeinde auf historischer Stelle, rund um die spät-mittelalterlichen
Gold- und Silberschmelzöfen, diesen in Mitteleuropa einzigartigen
Verhüttungsplatz.
Ende der 70er Jahre entdeckte Prof. Dr. Fritz Gruber gemeinsam mit Prof.
Moesta zunächst zwei Schmelzöfen
im Schattbachgraben. Mitte der 90er Jahre begannen auf Betreiben von
VIA AUREA Obmann Walter Wihart archäologische Forschungen vom Institut
für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien. Zunächst
unter der Leitung von Dr. Brigitte Czech, in den letzten Jahren war
Frau Univ.Prof. Dr. Claudia Theune-Vogt für die Grabungen vor Ort
verantwortlich.
Diese archäologischen Untersuchungen bildeten gemeinsam mit den
Befunden von Univ.Prof. DDr. DI Gerhard Sperl von der Montanuniversität
Leoben und der wissenschaftlichen Beratung von Prof. Dr. Fritz Gruber
die Grundlage für die Restaurierung der nunmehr drei Schmelzöfen,
und der Errichtung der Knappenwelt. Nach jüngsten Erkenntnissen
der Wissenschaft war die Verhüttungsanlage in der Zeit von 1490
bis ca. 1530 in Betrieb.
Künftig steht den interessierten Besuchern im Rahmen von Führungen
das Knappenhaus, das Bergmeisterhaus, die Schmiede und die alten Schmelzöfen
zur Besichtigung zur Verfügung.
Michael Lindebner und Hans Standteiner bauten die gesamte technische
Anlage eines spätmittel-alterlichen Verhüttungsplatzes meisterlich
nach. Von einem zentralen Wasserrad werden zwei Blasbälge für
die Schmelzöfen und ein Pocher zur Erzzerkleinerung angetrieben.
Die Steinmetzarbeiten rund um die Öfen führte Frohnwieser
aus.
Das Bergmeisterhaus
und die Schmiede wurde aus dem Altholz des Rauchberggutes wiederaufgebaut
und bildet
ein Kernstück der Knappenwelt.
Im Knappenhaus wurde versucht, das Leben
der Knappen, bzw. der Arbeitskräfte am Verhüttungsplatz
nachzuem-pfinden.
Sicherlich ein karges, entbehrungsreiches und relativ
kurzes Leben. Denn auf Grund der damals enormen Umweltbelastung
vor Ort muss man die Lebenserwertung
mit etwa 40 Jahren beziffern. Und dies obwohl die Knappen einst
zu einer privilegierten Bevölkerungsschicht gezählt
haben.
So durften sie Waffen tragen und verfügten über die
sogenannte "Bruderlade", einem Sozialfond, aus dem
in Not geratene Familienangehörige der Knappen, nach Unfällen
oder Tod, versorgt wurden.
Erfahren Sie mehr
über die interessante Lebensweise der Knappen. Nach Vereinbarung
finden
Führungen durch die Knappenwelt Angertal statt.
FÜHRUNGEN
Juni bis September - Montag und Mittwoch, jeweils um 10.00 Uhr.
Goldwaschen:
Mai bis Oktober - jeden Dienstag
Für Gruppen Sondertermine auf Anfrage.
Nähere Auskünfte unter: +43-664-3054114 oder per Mail an office@via-aurea.com